
Gamla Uppsala Kirche: Aufstieg und Fall der Kathedrale
Seit Jahrhunderten liegen sie wie Geschwister vor den Augen der Betrachter: die drei mächtigen Königshügel und die mittelalterliche Kirche mit ihrem hoch aufragenden Steinturm. Vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert, doch diese Monumente stehen als Garanten sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft.
Seit Jahrhunderten liegen sie wie Geschwister vor den Augen der Betrachter: die drei mächtigen Königshügel und die mittelalterliche Kirche mit ihrem hoch aufragenden Steinturm. Im Laufe der Zeit hat sich vieles verändert, doch diese Denkmäler stehen als Garanten für sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft. Eine Sicherheit, die Vertrauen schafft und etwas, woran man sich festhalten kann.
Irgendwann um die Jahrtausendwende herum ereignete sich ein bedeutender Wandel. Der vorherrschende Asenglaube sollte durch etwas Neues ersetzt werden: den Glauben an den „Weißen Christus“, der aus den südlichen Teilen Europas herangebracht wurde. Sicherlich gingen der alte und der neue Glaube lange Zeit Hand in Hand. Den Asenglauben, der in Gamla Uppsala jahrhundertelang geherrscht hatte, vollständig auszurotten, war nicht auf einmal möglich. Der östliche Königshügel, der bereits seit etwa fünfhundert Jahren dort stand, wurde nun Zeuge, wie an seinem Fuße eine kleine Holzkirche errichtet wurde. Eine neue Ära war angebrochen.

Schon bald begann der Bau einer für ihre Zeit gigantischen Kathedrale. Das genaue Datum des Baubeginns kennen wir nicht, aber es muss in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gewesen sein. Im Jahr 1164 wurden die schwedischen Diözesen vom dänischen Lund losgelöst und erhielten ihren Erzbischofssitz in Gamla Uppsala. Im selben Jahr wurde der Alvastra-Mönch Stefan der erste Erzbischof, und es ist wahrscheinlich, dass die Kathedrale zu diesem Zeitpunkt bereits einsatzbereit war.
Die große Steinkirche war etwa doppelt so groß wie die heutige Kirche.
Kaum ein Jahrhundert später wurde die Kirche durch ein Feuer verwüstet. Die Steinmauern blieben stehen, aber das Dach und das Innere brannten aus. Was sollte nun geschehen? Einige Stimmen sprachen sich dafür aus, die Kirche zu renovieren und wiederaufzubauen. Andere erkannten, dass sich die Zeiten geändert hatten und das politische und wirtschaftliche Zentrum eine halbe Meile nach Süden zum Handelsplatz Östra Aros (östliche Flussmündung) verlegt worden war.
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Mit der gnädigen Erlaubnis des Papstes wurde beschlossen, eine neue Kathedrale in Östra Aros zu bauen, anstatt die brandgeschädigte Kirche in Gamla Uppsala wiederaufzubauen. Doch dies geschah mit gewissen Bedingungen. Was wir heute Gamla Uppsala nennen, hieß ursprünglich nur Uppsala, und nun forderte der Vatikan, dass der Name übertragen werden und Östra Aros ersetzen sollte. Der Name Uppsala war weithin bekannt, und es war wichtig, Legitimität für den neuen Ort und seine Kirche zu finden. Darüber hinaus sollte auch der Erzbischofssitz von dem, was nun Gamla Uppsala genannt wurde, hinunter in das neue Uppsala umziehen.
Die ausgebrannte Kathedrale wurde zu einer gewöhnlichen Pfarrkirche herabgestuft, wenn auch mit einer ungewöhnlich stolzen Vergangenheit. Teile von ihr wurden abgerissen und ihre Steine für die neue Kirche in Uppsala verwendet. Im Jahr 1695 brannte die Kirche erneut, und seither wurden zahlreiche Renovierungen vorgenommen. Die dicken Steinmauern sind dieselben, die vor etwa neunhundert Jahren mühsam aufgemauert wurden, und auch drei Gegenstände aus der ursprünglichen Kirche sind erhalten geblieben: ein Bischofsstuhl, eine Opfertruhe aus Eichenholz und die Überreste eines Kruzifixes. Über diese können Sie im nächsten Kapitel lesen.
Heute ist die Kirche in Gamla Uppsala ein sehr gut besuchter und lebendiger Ort. Sie ist eine beliebte Hochzeits-, Tauf-, Konzert- und Touristenkirche sowohl für Gemeindemitglieder als auch für Besucher aus aller Welt. Mit ihren großzügigen Öffnungszeiten ist sie eine Oase der Ruhe und Besinnung, die jahrhundertealte Generationenketten in sich trägt. Der Gedanke wird leicht schwindelerregend, wenn man in einer Kirchenbank sitzt und Teil sowohl der Vergangenheit als auch der Zukunft wird.
